Erfahrungen mit LiFePo4 als STARTERbatterie

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  • Hallo in die Runde!

    Es gibt seit geraumer Zeit LiFePo4 Akkus, die sich als Ersatz für Starterbatterien eignen sollen. (z.B. Supervolt Ultra oder Accurat Impulse I80L5)

    Erfahrungsberichte existieren kaum welche, außer ein (gesponsortes) YouTube-Video. Mythen und Behauptungen existieren umso mehr zu dem Thema:

    • LiMa brennt durch, wegen hoher Ladeströme
    • LiMa kann den Akku nicht voll laden
    • Strom reicht nicht zum Starten, wenns kälter ist
    • Im Motorraum wird es zu warm und die Batterie schaltet ab
    • Spannungsspitzen werden nicht geglättet, weil das BMS in diesem Fall abschaltet und die Bordelektronik wird beschädigt.
    • Alles explodiert, fängt Feuer etc...
    • Alles geht wunderbar, Jahrzehnte ohne Probleme...

    Hat jemand denn tatsächlich schon Erfahrungen mit LiFePo4 als Starterbatterie in einem T4 o.ä. und möchte diese Teilen? Ich denke viele Punkte treffen in der Praxis nicht zu, will aber mit so einer Ungewissheit nicht 500-1000 Euro ausgeben. Mein Ziel ist, ohne den Einbau einer Zusatzbatterie ein bisschen mehr Puffer zu haben, wenn man ein paar Tage steht. Bin gespannt.

    Vielen Dank!

  • Hallo zurück,

    ich habe einen LiFePo4 Akku in einem meiner Motorräderverbaut.

    Tatsächlich ist es so, dass, wenn es kälter ist ich das Motorrad mit eingeschalteten Licht (und Zündung) 30 bis 60 Sekunden stehen lassen muss bevor der Accu bereit ist, die entsprechende Menge Strom herzugeben.
    Der muss wohl erst einmal warm werden, das hat mir zumindest der Verkäufer gesagt.

    Wenn ich das nicht mache, bricht beim Startversuch die Spannung komplett zusammen.

    Gruß

    Holger

  • Ich sehe dahinter recht wenig Sinn im T4.

    Motorrad ja, das soll leicht sein und man spürt derartige Dinge tatsäch, aber beim Bus? Die paar kg?

    Vorteil der LiFePo4 ist doch, dass sie leichter sind und tiefer entladen werden können, aber sie sind auch für ihre Sensibilität auf Temperaturen bekannt und weniger für Spitzenströme.

    Fürs starten braucht man kurz einen ordrdentlichen Strom ohne Spannungseinbruch = Leistung. Aber an sich keine Kapazität, außer man orgelt 5min (was dem Starter auch nicht gefällt). Von daher ist das tiefere entladen vom LiFePo4 hier kein Vorteil.

    Die Kapazität beim Bleiakku braucht man nur weil damit meist auch der Spitzenstrom steigt.

    Man kauft sich für viel Geld also eine Menge Nachteile bei nicht nennenswerten Vorteilen.

  • Kann meinem Vorredner nur zustimmen,selbst viele hochmoderne e Autos haben eine konventionelle Starterbatterie zum hochfahren.Beim Motorrad hat dann so ein Lipo dann durchaus Vorteile,da Mann eben nicht regelmäßig fährt und das Moped oft länger steht.

    Einmal editiert, zuletzt von MarkusC (24. Mai 2024 um 07:59)

  • Zweiter Aspekt, aus leidiger Erfahrung.

    Ich konnte meinen Bus 2 mal nicht mehr starten, obwohl der Motor schln warm vorgeheizt war.

    Mittlerweile habe ich alles, was nicht zum Motorlauf und oder Startvorgang benötigt wird. Von der Verbraucher Batterie getrennt. Damit ich immer starten kann, auch wenn die Zweitbatterie den Gesit aufgibt oder leer ist.

    Di Starterbatterie mit als Verbraucher zu benutzen ist immer mit dem Risiko verbunden, nicht mehr starten zu können.

    Solange alle Beteiligten damit Einverstanden und zurechnungsfähig sind, sollen sie doch machen, was sie wollen!

    Danke und Gruß

    Mein Bus Umbauthread

  • Aus der Praxis kann ich nur entfernt für T4 verwertbares beitragen, aber ein paar grundsätzliche Infos können ja nicht schaden.

    Meine Anwendung ist ein 3 Liter 6-Zylinder mit Vergasern ohne Kaltstarteinrichtung, dieser braucht bei niedrigen Temperaturen reichlich Orgelei, bis er stabil anbleibt. Das klappt einwandfrei mit einer 11 (!) Ah LiFePo bis hinunter zu Temperaturen um den Nullpunkt. "Vorheizen" mit Licht an oder so musste ich nie, allerdings lass ich eh die Benzinpumpe ein paar Sekunden (geschätzt 3) laufen, um die Schwimmerkammern zu fluten, das kann ja für schon dieses "Anwärmen" gereicht haben.

    Vorteil der LiFePo4 ist doch, dass sie leichter sind und tiefer entladen werden können, aber sie sind auch für ihre Sensibilität auf Temperaturen bekannt und weniger für Spitzenströme.

    Sorry, LiFePo können eben nicht tiefer entladen werden, sie gehen bei unter 10 V ein, während Blei-Säure auch 5 V noch überleben können. Auch das mit den Spitzenströmen sollte man relativieren: Im extremen Kurzzeitbereich mag das stimmen, aber schon wenn es über mehrere Sekunden geht, ist eine LiFePo vorn, auch kann sie höhere Ladeströme verarbeiten als Blei/Säure Batterien.

    Für die praktische Anwendung ist der Hauptvorteil aber die Gewichtsersparnis (10-20 kg sind drin). Bei meinem gewichtserleichterten gottlosen Eisen ist der Preis pro kg Ersparnis hier ein Schnäppchen im Vergleich dazu, was z. B. GFK oder gar CFK Leichtbauteile kosten. Bei einem "normalen" T4 dürfte das aber kaum Sinn machen, am ehesten noch bei an der Zuladungsgrenze operierenden WoMos,.

    Anders sieht es bei der Lebensdauer aus, wobei die natürlich stark von Einsatzbedingungen abhängt: Die erste LifePo hielt im vorgenannten Fahrzeug tatsächlich geschätzt doppelt so lang wie die früher verwendeten konventionellen Batterien, und die hatte noch keinen Tiefentladeschutz, weswegen sie einmal durch meine Ungeduld vermutlich zu weit leergeorgelt wurde. Die nachfolgende und andere in den Motorrädern der Familie halten gefühlt "ewig" im Vergleich zu den Blei-Säure, die man durchaus als Verschleißteile ansehen musste.

    Ich denke, man kann konservativ eine LiFePo mit halbem Ah-Wert ggü. einer Blei-Säure einsetzen (mache gehen auf 1/3) und die 2-3 fache Lebensdauer annehmen (wenn ein Tiefentladeschutz im BMS ist). Ob es sich dann "lohnt", ist Ermessenssache.

    Einmal editiert, zuletzt von sry (24. Mai 2024 um 10:48)

  • Ich kenn beim Motorrad nur das Gejammer von Winterfahrern, allerdings ist das bei Bleiakkus ähnlich da diese im Motorrad oft auch Probleme machen (die Dinger können zickig werden wenn die Startdrehzahl nicht passt).

    Bis 0°C sollte der LiFePo keine Nachteile haben, darunter glaub ich haben gute Bleiakkus schon noch Vorteile.

    Bleiakkus haben eine nutzbare Kapazität von 50-70%, d.h. die Spannung bricht beim herumorgeln schon ein wenn aus einer 100Ah Batterie nur um die 60Ah verbraucht wurden. Geht man oft darunter leidet die Lebensdauer. Ein Bleiakku fühlt sich nur wohl wenn er voll ist, kurz stark belastet wird und am besten gleich wieder geladen wird.

    Der LiFePo4 kann regelmäßig bis etwa 90%der Nennkapazität entladen werden und wird nicht kaputt. Daher ist es für die meisten Anwendungen schlicht der bessere Akku.

    Auf die Kapazität gesehen dürften LiFePo4 höhere Ströme liefern können als Bleiakkus. Dabei ist nur zu beachten, dass man idr. keinen 100Ah Bleiakku durch 100Ah LiFePo4 ersetzt sondern aufgrund der besser nutzbaren Kapazität nur 50Ah hat. Und da muss man dann halt aufpassen, dass der noch den gleichen Strom liefern kann wie der deutlich größere Bleiakku.

    Ersetzt man 100Ah Blei durch 100Ah LiFePo4 (Preisfrage, der Li Akku ist halt was ich so sehe etwa doppelt so teuer) sollte es auch bei tieferen Temperaturen kein Problem geben weil er warm mehr Strom liefern kann und kalt halt "nur" den Vorteil einbüßt. Liefert der kleinere Ersatz im Normalbetrieb ähnliche Startströme wie der Bleiakku kanns sein, dass er kalt halt früher in die Knie geht.

    Beim Motorrad macht man halt meist genau das, man holt sich zum Vorteil der höheren Leistungsdichte aufs Gewicht gesehen auch noch den Gewichtsvorteil, dass man eine Nummer kleiner werden kann. Damit ist er nochmal leichter und kostet etwa gleich viel wie der Bleiakku, kann sber auch schneller zickig werden wenn ihm die Umgebungsbedingungen passen.


    Deshalb weiter meine Meinung, als Starterbatterie die regelmäßig genutzt und immer voll geladen wird würd ich in Autos wo Gewicht keine Rolle spielt immer noch Blei nehmen.

    Sobald ein Faktor abweicht, sei es konstante Verbraucher wie Kühlbox, längere Nichtnutzung, längeres stehen ohne geladen zu werden oder Gewicht/Leistungsdichte relevant ginge mein Griff nur noch zum LiFePo4.

    Mein Bus Bleiakku (Banner) zeigt übrigens nach 10 Jahren keine Schwäche obwohl er im Herbst mit dem Bus für 3-5 Monate, nach einer ausgiebigen letzten "Lade und Warmfahhmrrunde" in der Garage verschwindet. Ich hab ihn noch nie abgeklemmt oder zwischengeladen und er begrüßt mich im Frühling immer mit freudiger Starterdrehzahl.

    Ich vermeide in der Standzeit nur, dass er entladen wird wie kurzes anstarten oder Türen offen haben und Innenlicht ein.

  • Ok, jetzt versteh ich, wie Du es gemeint hast, da bin ich jetzt voll dabei - bis hin zum Funfact, dass ich auch 'ne Banner im T4 habe ;)

  • Beim Motorrad macht man halt meist genau das, man holt sich zum Vorteil der höheren Leistungsdichte aufs Gewicht gesehen auch noch den Gewichtsvorteil, dass man eine Nummer kleiner werden kann. Damit ist er nochmal leichter und kostet etwa gleich viel wie der Bleiakku, kann sber auch schneller zickig werden wenn ihm die Umgebungsbedingungen passen.

    Gerade bei unseren Enduros habe ich aus denselben Überlegungen auf maximale Gewichtsoptimierung verzichtet und bin auf 80-90% der Nennkapazität gegangen (3,3 statt 4 bzw 5,5 statt 6Ah), spare dadurch bei der größeren "nur" 1,6 statt 1,9 kg, ist mir den Luxus gefühlt "unendlicher" Reserven locker wert, dto. den Aufpreis.

  • Vielen Dank für die Berichte. Es hat mich sehr gefreut, dass sich gleich viele gemeldet haben das zeugt ja von einer guten Community hier.

    Es geht mir gar nicht darum, ob es sinnvoll ist, oder nicht (da gibt es ja auch nicht den allgemeinen Fall, der für alle zutrifft), sondern, ob es echte praktische Erfahrungen damit gibt - man findet bisher extrem wenig dazu und viel Halbwissen und viele sehr fragwürdige oder sehr theoretische Aussagen.

    Wenn also noch jemand so ein Ding in der Praxis irgendwo verbaut hat, gerne her mit dem Erfahrungsbericht :-).

  • Ich möchte hier das schon etwas ältere Thema nochmal raus holen, da ich am überlegen bin meine Startbatterie wenn sie denn mal den Geist aufgibt durch eine LiFePO Batterie zu ersetzen.

    Dazu habe ich folgende Angebote gefunden:

    Autobatterie kaufen » Top Preise & schnelle Lieferung

    oder sogar mit 135 Ah:

    Hat inzwischen jemand damit Erfahrungen gesammelt?

    Die einzige Sorge die ich mir mache ist, dass durch das BMS möglicherweise die Glättung der Spannung durch einen Bleiakku wegfällt und dies möglicherweise dem Laderegler des Generators oder anderer Elektronik im Bulli schadet.

    Hier vll. noch ein paar Worte zu meinem Nutzungsverhalten: Ich habe keine 2. Batterie oder Solar verbaut und auch bei längeren Campingaufenthalten alles (vor allem Zuheizer als Standheizung, Laptop, Licht) über die Startbatterie betrieben. Bisher hat das auch geklappt ohne das ich am nächsten Tag anschieben musste. Allerdings muss ich eben etwas Aufpassen, den Zuheizer eben nicht zu lange laufen lassen und es ist mir auch klar, dass die klassischen Startbatterien eine längerfristige Entladung nicht sonderlich mögen. Eine 2. Batterie ist natürlich besser, aber ich scheue den zusätzlichen Aufwand alles neu zu verkabeln. Eine LiFePO Startbatterie würde einfach plug and play funktionieren und hätte eine deutlich größere nutzbare Kapazität. Aber das kostet natürlich...


    Grüße Wogrim

  • … Für ein Drittel der angegebenen Preise bekommst du eine 100 A Stunden LiFePo. Was ein einer Verkabelung dieser aufwändig sein soll entzieht sich meiner Kenntnis.

    Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass eine LiFePo Starterbatterie nach zehn Tagen bei -15° noch ausreichend Strom Strom liefert beziehungsweise überhaupt deutlich mehr als 100 A liefert.

  • Also laut den Angaben des Herstellers sind die Batterien bis -30°C entladbar und bis -20°C ladbar. Sicher nicht mit voller Leistung aber wenn nur die Hälfte des angegebenen Kaltstartstroms geliefert reicht das ja auch schon für den Anlasser.

    Also ich finde den Aufwand für den Einbau einer 2. Batterie jetzt echt nicht so gering:

    Fahrersitz und Teppich ausbauen, Konsole mit Bateriehalterung besorgen, Kabel mit Trennrelais zur Stratbatterie ziehen. Zuheizer, Lüfter, Licht und Zigarettenanzünder mit Sicherungen neu verkabeln...

    Ist sicher ein Tag Arbeit im Gegensatz zu 10 min für Batterie raus und Neue rein.

  • Fahrersitz und Teppich ausbauen, Konsole mit Bateriehalterung besorgen, Kabel mit Trennrelais zur Stratbatterie ziehen. Zuheizer, Lüfter, Licht und Zigarettenanzünder mit Sicherungen neu verkabeln...

    Ist es wert. Mach ne zweite Batterie rein,

    So entspannt wirst du noch nie nicht gefroren haben ;)

  • Es geht mir gar nicht darum, ob es sinnvoll ist, oder nicht (da gibt es ja auch nicht den allgemeinen Fall, der für alle zutrifft), sondern, ob es echte praktische Erfahrungen damit gibt -

    Hm, vielleicht ist doch der Satzanfang Voraussetzung für das Satzende?

  • … Also mal ganz grob gerechnet:

    - ein 2 KW Anlasser in einem 2.5 TDI nimmt sich beim Startvorgang mal gut eben 160 A

    - selbst wenn sich die Batterieheizung an einem Frosttag nur 0,5 A pro Stunde nimmt, sind das am Tag auch 12 Ah. Eine Woche gestanden und anspringen könnte schwierig werden

    - dann wäre es noch gut zu wissen was sich die Starter LiFePo als Ladestrom zieht. Ich kann mir nicht vorstellen das die Lima Verkabelung zu Batterie auf einen Dauerstrom von 30A und größer ausgelegt ist.

    - das die LiFePo Zellen besonders die Inneren im kalten Zustand gar keine hohen Lade Ströme mögen und das ganze mit frühzeitigem Ausfall beziehungsweise Form Veränderung quittieren, sollte auch bekannt sein. Nicht umsonst bauen namhafte Hersteller ihre Batterie Packs aktiv gewärmt und gekühlt

    Aber probieren geht über studieren also ausprobieren und hier berichten. Falls du dann noch Langeweile hast einfach mal googeln nach Fahrzeugbränden im Zusammenhang mit Porsche und LiFePo, Starterbatterien 😜

    Davon abgesehen, hätte ich gar keinen Bock auf Bus anschieben oder Starthilfe und würde gar nicht erst auf die Idee kommen, eine Starterbatterie als komplette Energieversorgung für meinen Camping Ausbau zu nutzen.

    Auch finde ich die Kosten Nutzen Rechnung einer 1 Batterie Lösung jetzt nicht wirklich attraktiv.

  • Das heisst LiFePO4, nicht LiFePo4, denn das giftige und strahlende Polonium (Po) möchte keiner in seiner Batterie haben;) :P

    Diese Schreibweise ist mir aber wahrscheinlich auch schon passiert :D

    LFP ist sicherer.


    Alle sagen, "das ist unmöglich". Einer hatte das nicht gewusst, und es dann gemacht.