Drehstabfeder gebrochen (T4; ACV; Zentralasien)

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  • Guten Morgen geschätzte Schraubercommunity!

    Diesmal bin ich in dem Forumsbereich wohl richtig aufgehoben...

    Gestern ist mir auf einer desolaten Schotterpiste bei ca 60 kmh mein Torsionsstab gerissen. Mit irrlautem Knall hat sich das Auto in einem Schlagloch plötzlich selbst tiefergelegt.

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    Nach einer erschrockenen Vollbremsung, hab ich das Auto hochgebockt und tatsächlich konnte ich das hintere Teil des Torsionsstabes einfach entnehmen. Mitten im Hinterland Kirgistans (nahe Жыргалан natürlich gibt es hier weder Empfang noch einen Pannendienst). Um irgendwie weiter zu kommen, haben wir mit Axt & Schweizermesser ein Stück Holz + Altreifengummi passend gemacht, um dieses zwischen oberen Querlenker und Stoßdämpferaufnahme zu klemmen. Damit wollten wir bis zum nächsten Ort fahren.

    Da wir auch dort keinen Abschlepper gefunden haben, der das Auto aufladen kann (und die Straße viel zu schlecht für größere LKW ist) haben wir unser Holzstück noch mal durch ein dickeres Exemplar ersetzt und sind damit nun 335km bis in die nächste Stadt nach Kasachstan gefahren, wo wir soeben angekommen sind und mal einen Kaffee trinken... die Fahrt war im wahrsten Sinne des Wortes HART.

    Ist das denn schon mal jemandem passiert? Weiß wer, aus welchem Stahl die Drehstäbe sind? Falls es hier keine Möglichkeit gibt an Ersatz zu kommen, muss ich sie mir wohl aus der EU schicken lassen, denn schweißen ist an dieser Stelle wohl nicht angebracht.

    Vielen Dank & LG aus Almaty

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  • Die Torsionsstäbe sind aus Spezialstählen gefertigt. Im Allgemeinen werden beim Schweißen keine guten Ergebnisse erzielt, da der Schweißzusatzwerkstoff nicht die gleichen Eigenschaften wie der Grundwerkstoff aufweist. Sie können es mit Schweißen versuchen, nachdem Sie die Kanten der beiden Teile gerötet haben, und dann alles sehr langsam abkühlen lassen. Aber das ist ein Verfahren, das ich vor vielen Jahren an zwei dünnen Klingen eines Kafer durchgeführt habe; ich weiß nicht, ob es bei diesen Stäben, die erheblichen Spannungen ausgesetzt sind, erfolgreich ist.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

  • hut ab. viele hätten die idee mit der holzfeder gar nicht erst gehabt, würde ein hart gummi klotz besser sein? die Drehstab dinger gibt's ja wie sand am meer, außer die grauen für das Sport Fahrwerk, aber mit dem schicken? wie lange dauert sowas?

  • Das ja mal ein nicht üblicher Vorfall.

    Verdacht, der Drehstab hat unter Beschichtung schon angefangen zu rosten .. ist aber in der Situation sowieso sekundär.


    Stahlsorte wird Federstahl sein wie bei den Schraubenfedern.


    Würde selber versuchen das Teil provisorisch zu reparieren.

    axial für passenden Stahlstift beide Teile aufbohren, Stift einbringen und die Feder dann zusammen schweißen.

    Belastung und Haltbarkeit zwar fraglich, aber so käme man eventuell einige km Rückreise zurück.


    Einem MB NG Camper Fahrer ist mal die Blattfeder abgerissen .. die haben dann auch notdürftig die wieder zusammen geschweiß, um weiter zu kommen


    Versand einer Ersatzfeder dürfte zumindest längere Zeit dauern .. sofern das denn geht.

  • Eine Hülse aus Stahl drehen (oder im Outback in ein Stück Eisen mit geeigneter Form ein passendes Loch bohren, muss halt Platz unterm Auto an der Stelle dafür sein), drauf schieben und beidseitig einmal satt rund herum schweißen? Ein Rohr mit passendem ID und genug Wandstärke täte es evtl. auch.

    Über Versprödung, Gefügeveränderung, etc. denke ich da mal ausdrücklich nicht nach. Aber das ist sicher die haltbarste Methode, wenn man sowas notgedrungen schweißen will.

    Beispiel, Maße passend zur Situation wählen, eher mehr Überlappung, kann auch durchgängig sein:

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    2 Mal editiert, zuletzt von rewease (20. September 2024 um 09:10)

  • Man könnte anstelle des Holzes eine Spiralfeder einsetzen. Zb von einem Quad etc. Dann kommt man langsam und nicht komplett ohne Federung vorwärts.


    Man könnte ein Rohr mit mindestens 5mm Wandstärke drüber schieben. Brich schweißen und schleifen.

    Rohr darüber und links und rechts gute 15cm überstehen lassen. Alle 3cm nen 10er Loch bohren und lochschweissen. Somit hat man nur punktuellen Wärmeeintrag und Veränderungen des Gefüges. Eventuell hält das.

    PS entscheiden wie schnell du gegen die Wand knallst - Drehmoment wie weit du die Wand mitnimmst. 8o

  • Man könnte anstelle des Holzes eine Spiralfeder einsetzen. Zb von einem Quad etc. Dann kommt man langsam und nicht komplett ohne Federung vorwärts.


    Man könnte ein Rohr mit mindestens 5mm Wandstärke drüber schieben. Brich schweißen und schleifen.

    Rohr darüber und links und rechts gute 15cm überstehen lassen. Alle 3cm nen 10er Loch bohren und lochschweissen. Somit hat man nur punktuellen Wärmeeintrag und Veränderungen des Gefüges. Eventuell hält das.

    eine spiral feder über den stoßdämper schieben? dumme Idee?

  • Hans 2.8 nein, daneben wo das Holz am Bild war... Also auf Querlenker und Stoßdämpfer Aufnahme wo der Gummi sitzt.

    PS entscheiden wie schnell du gegen die Wand knallst - Drehmoment wie weit du die Wand mitnimmst. 8o

    Einmal editiert, zuletzt von ABL auf Abwegen (20. September 2024 um 09:59)

  • Pogo84 weiß manchmal die Materialien von Teilen.

    Dann wüsste man etwas mehr über die Herangehensweise beim Schweißen.

    Generell gefällt mir die Idee sehr gut, ein dickwandiges Rohr drüber zu schieben und in Löchern mit viel Leistung und möglichst kurzer Schweißdauer anzuschweisen.

    Vermutlich würde ich die Bruchstelle lassen wie sie ist, überträgt ja die Torsion ja auch so. Die Hülse hält die Teile nur zusammen.

  • Vielen Dank für eure Antworten! Ich schätze die Kreativität hier!

    Das ist gehärteter Spezialstahl.

    Schweißen geht, ist aber Bruchgefährdet.

    Ja leider selbe Erkenntnis gewonnen:

    Da dieses Material super spröde ist, schaffen wir keine Bohrung. Schweißen will/kann das hier leider auch niemand (ich denke auch nicht, dass das noch 10.000 km mitmacht), jedoch ist uns beim Spazieren durch das "Werkstattviertel" ein Audi/VW Schlachter untergekommen. Dieser hatte das Teil zwar nicht selbst, jedoch konnte er uns einen Kontakt herstellen zu einem anderen Schlachter außerhalb der Stadt, der angeblich auch T4s zerlegt.

    Wir haben uns also auf den Weg dorthin gemacht, sind 1h hingerumpelt und haben tatsächlich eine passende Drehstabfeder bekommen 8| War mit 15000 kazachische Tenge auch nicht zu teuer. Querlenker, oberes Traggelenk und Sturzplatte wurden sogar drauf gelassen. Nun stehen wir ca 40 km außerhalb der Stadt neben der Fernstraße auf einer der sowjetischen LKW-Auffahrrampen und denken über den Einbau des Drehstabes nach.

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    1.) Ich habe den Verkäufer (malenkiy russkiy) nicht gut verstanden, aber er meinte ich soll doch gleich alles inkl Querlenker & Traggelenk tauschen. Aber mMn ist das doch viel aufwendiger?

    2.) Leider ist der "neue" Drehstab super rostig. Meint ihr es bringt etwas mit einer Drahtbürste den oberflächlichen Rost abzuschleifen & ein wenig Lack drauf zu sprayen? Oder lieber nicht herumschleifen sondern einfach einölen? Ich könnte ein wenig Motoröl entbehren für den Zweck. Einstellschraube nehm ich auf jeden Fall von der alten Fed

    Hoffentlich bringe ich zumindest die rostigen Schrauben auf... Dank gleich im Vorhinein für eure Antworten!

    PS: Meine Mittel hier sind recht beschränkt: Mein Bordwerkzeug ist bei weitem keine vollwertige Werkstatt, also kann hier am Wegesrand weder Sandstrahlen noch Pulverbeschichten o.ä. ;)

  • Ich bin immer wieder begeistert (also echt, nicht ironisch) was manche sich für Reisen trauen und wie hart sie ihren T4 dabei rannehmen. Ich nässe mich schon immer fast ein, wenn ich ohne ADAC SuperduperPremiumMitgliedschaft an den Gardasee fahre. :schuldig:

  • Querlenker musst du aufs Baujahr achten, da gibt's unterschiedliche Längen.

    Querlenker würde ich drinnen lassen.

    PS entscheiden wie schnell du gegen die Wand knallst - Drehmoment wie weit du die Wand mitnimmst. 8o

  • Querlenker musst du aufs Baujahr achten, da gibt's unterschiedliche Längen.

    Querlenker würde ich drinnen lassen.

    Keine Ahnung was ich da bekommen habe... aber ich denke auch, dass der Querlenkertausch der falsche Weg ist :thumbup:

    Ich bin immer wieder begeistert (also echt, nicht ironisch) was manche sich für Reisen trauen und wie hart sie ihren T4 dabei rannehmen. Ich nässe mich schon immer fast ein, wenn ich ohne ADAC SuperduperPremiumMitgliedschaft an den Gardasee fahre. :schuldig:

    Das gleiche haben meine Eltern auch gesagt, als ich mit dem 3000 Euro Auto losgefahren bin ;)

    Momentan bin ich nur froh, dass ich noch einen 27er Schlüssel (& 2 Pivos) bekommen hab bei einem kleinen Laden... ohne den wär ich echt aufgeschmissen!

  • Servus Paul_T4.

    Tut mir leid für die Panne.

    Ein Tip - So verrosteten Schrauben und Gewinde in so ein Fall kannst du die richtig mit Bremsenflüsigkeit Gießen!

    So kriegt man die leichter los.

    Danach kannst du die Teile abwischen ,wenn du zu Hause bist.

    Grüße und viel Erfolg.

  • ich glaube du musst den Rahmen eh absenken, dann kannst du die beiden schrauben vom oberen Querlenker entfernen und die gewindestenge abflexen , dann deine nehmen.so ist es am einfachsten, den tank eventuell absenken, oben die Metalspange am einfüllstutzen entfernen dann kannst du das nach innen schieben, wenn du die feder nicht auseinander schraubst kriegst du die eh nicht rein, du brauchst ne ordendliche Verlängerung.

    viel Glück

  • Hallo,

    Ich kann fachlich leider nichts beisteuern. Aber super Story (bin bißchen neidisch); davon wirst Du noch Deinen Enkeln erzählen. Den Drehstab wirst Du/ Ihr schon eingebaut bekommen. Bloß das positive Denken bewahren.
    Viel Glück und gute Fahrt!

    Grüße