Moin moin,
nun will ich meinen Reisebericht hier auch mal beginnen. Eigentlich bin ich nicht so der Schreiberling und hatte geplant (und versprochen) von unseren Erfahrungen auf unserer Langzeitreise auf dem Basteltreffen in Wüsting zu berichten. Da ich das Treffen aber gesundheitsbedingt, nach einer sehr bescheidenen Nacht schon am Samstagvormittag verlassen habe, wollte ich das hier nachholen, dabei soll es hauptsächlich um den Teil der Reise gehen den wir auch mit dem Bulli bestritten haben.
Unsere Reisepläne begannen eigentlich schon Ende 2019 als sich durch ein freiwilliges Abfindungsprogramm auf meiner Arbeit die Möglichkeit geboten hat den Traum einer Langzeitreise zu verwirklichen. Noch am selben Tag als ich meinen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe, haben wir unsere Wohnung gekündigt und angefangen unseren Hausstand zu verkaufen, verschenken und wegzuschmeißen, haben Pläne und Reiserouten geschmiedet und uns mit drängenden Fragen beschäftigt (z.B. Wie funktioniert das eigentlich mit der Krankenversicherung unterwegs?). Je näher unser gesetzter Abreisetermin kam (Mitte März 2020), desto schlimmer wurde die Corona-Situation und eine Woche bevor wir loswollten kam es dann wie es kam: die ersten Nachbarländer Deutschlands machten die Grenzen dicht und täglich folgten weitere. Wir hingen zu dieser Zeit sozusagen non-stop in den Livetickern, verfolgten die neusten Ankündigungen und passten sozusagen live unsere Reiseroute an um Grenzschließungen zu umgehen.
Unseren Starttermin haben wir dann erst verschoben und schlussendlich die Reise abgesagt. Zwar konnte man auch zu der Zeit reisen, indem man entweder die Reiseroute entsprechend legte oder einfach über kleine Grenzposten einreiste an denen keine Grenzkontrollen erfolgte, aber vor allem zwei Überlegungen führten zu unserem Entschluss: 1. was passiert eigentlich mit unserem Hund, wenn wir doch mal irgendwo in Quarantäne müssen (kommt der in einen Shelter? - das wäre überhaupt nichts für sie) und 2. ist das denn dann überhaupt die Reise die wir uns vorgestellt und gewünscht haben? Wenn man ständig auf Einschränkungen achten muss, Restaurants und Attraktionen ggf. geschlossen sind und die Locals einem eher mit Misstrauen begegnen, weil sie evtl. stark in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt sind, während irgendwelche Deutschen durch die Welt gondeln... für uns war es bis heute die richtige Entscheidung, aber wie heißt es so schön - aufgeschoben ist nicht aufgehoben - und so stand direkt fest, dass wir den Plan trotzdem irgendwann umsetzen werden.
2023 war es dann soweit und wir entschlossen uns einen zweiten Versuch zu wagen. Wieder ging das Spiel von vorne los - Job und Wohnung kündigen, Möbel und Hausstand verkaufen und verschenken und alle Reisevorbereitungen treffen und dann konnte es diesmal wirklich losgehen: Insgesamt waren meine Frau (Diana) und ich (Hauke) von Juli '23 bis August '24 unterwegs. Die Zeit haben wir in drei Etappen unterteilt zwischen denen wir jeweils kurze Zwischenaufenthalte in Deutschland hatten:
- Etappe 1 – ca. zweieinhalb Monate mit Käfer und Dachzelt an der französischen Atlantikküste
- Etappe 2 – ca. sieben Monate mit unserem T4 California Beach über den Balkan, Griechenland in die Türkei
- Etappe 3 – ca. zwei Monate mit zwei alten Schwalben und Zelt nach Frankreich
Die grobe Reiseroute für die sieben Monate sah so aus (rot - Hinweg, gelb - Rückweg):
Auf dieser Etappe waren wir von Oktober bis April unterwegs.
203 Nächte von denen wir...
... 197 im Bulli geschlafen haben
--- 104 frei standen
.... 6 uns ein AirBnB (über Weihnachten) gegönnt haben
Insgesamt etwas über 20.000 km auf denen der Bulli kaum Probleme bereitet hat, unsere einzigen Pannen waren das Abrutschen der Stabi-Koppelstangen von den unteren Gummilagern (beide Seiten innerhalb von ca. 1000km) und ein ausgefallender Bremslichtschalter in den Bergen von Meteora (Griechenland).
Die Koppelstangen konnte ich, nachdem ich den Bulli mit dem Wagenheber auf die richtige Höhe gebracht habe, mit einem Ratschenspanngurt wieder aufziehen und mit Kabelbindern sichern, hat problemlos mehrere tausend Kilometer gehalten, bis ich sie auf dem o.g. Basteltreffen getauscht habe. Den Bremslichtschalter konnte ich bei einem Teilehändler (nachdem das VW-Autohaus wenig hilfsbereit war) für 'ne schmaler Mark erwerben und direkt auf dem Parkplatz einbauen.
Für die Reise hatten wir uns eigentlich relativ wenig vorgenommen, die grobe Reiseroute war klar und zwei Punkte waren gesetzt: ich wollte unbedingt in einer (oder mehreren) heißen Quellen baden und Diana wollte nach Kappadokien in der Türkei. Kleiner Spoiler vorweg: haben wir beides geschafft ![]()
Im nächsten Beitrag geht dann die Reise wirklich los!