Rettung Dehler Profi mit Oettinger-Tuning AAF mit Turbo

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  • Hallo zusammen,

    ich hoffe, hier ist die Frage richtig, sonst bitte verschieben.

    Mich hat der Hilferuf eines Dehler-Fahrers erreicht, dessen AAF mit Oettinger-Umbau nicht mehr will.
    Fehlerbeschreibung: Läuft schlecht, rußt, keine Leistung, monatelanger Werkstattaufenthalt erfolglos, Schnauze voll ;).

    So ein Auto ist schon besonders und man sollte versuchen, es zu retten.
    Daher habe ich vorgeschlagen, das Auto per Hänger nach Landau zu holen, um es in Ruhe zu verstehen und nach Fehlern suchen zu können.
    Versprechen kann ich nichts, nur dass ich mein bestes geben werde. Der Besitzer ist froh und freut sich.

    Nun meine Anliegen:

    1. Hat noch irgendjemand irgendwelche Unterlagen zu diesem Tuning?
    In den Papieren steht 132 kW bei 5000 1/min, 188 km/h Höchstgeschwindigkeit.
    Auf Bildern sieht man "...TLM" auf der Ansaugbrücke sowie einem darüber liegenden Ladeluftkühler.
    Oettinger habe ich mal angeschrieben ... wird aber nicht viel rumkommen, fürchte ich.

    2. Hat irgendjemand in Landau oder nahem Umland evtl. in einer Scheune oder Werkstatt ein Schrauberplätzchen für längere Zeit frei?
    Ich weiß, wird schwer aber wenn man nicht fragt ...

    Vielen Dank schon mal vorab fürs Lesen.

    VG, Stefan

  • Perlchenfahrer

    Das is auch nich meine Ecke.
    Ich nehm mal Kontakt mit Stefan auf.

    Ich kenn zumindest Turboschrauber der alten Schule. ;)

  • Kleines Update:

    Schrauberplatz ist gefunden und Hänger organisiert.

    Der Plan ist, den Bus am Samstag, 30.11. zu holen, wenn nichts mehr dazwischen kommt.

    Zu den Infos zum Motor gibt’s leider noch nichts Neues 😕.

    Ist in diesem großartigen Forum tatsächlich niemand, der etwas darüber weiß?

    Ingo : Bist du hier noch aktiv?

    In einem 11 Jahre alten Fred hattest du mal kompetent Auskunft gegeben.

    Joshi
    7. Januar 2013 um 22:59
  • So, nun ein Abriss dessen, was bisher passiert ist.

    Zunächst das Ergebnis: Der Motor läuft, allerdings als Turbomotor nicht gut.

    Wer weiter lesen möchte, nun der Reihe nach.

    Als ich das Auto abgeholt hatte, lief er überhaupt nicht. Wir mussten ihn auf den Hänger ziehen.

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    In der Halle angekommen ...

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    ... ging es an die Fehlersuche.

    Als erstes Überprüfen der Motormechanik: Steuerzeiten, Kompressionstest, Druckverlusttest, war alles ok für 200.000 km und ohne Befund.
    Kompression auf allen Zylindern 12 bar, Druckverlust alle Zylinder ca. 20%, Kraftstoffdruck 2 - 2,2 bar, bisschen wenig aber zum Testen ok.

    Als nächstes stand die elektrische Prüfung an, alle Kabel durchklingeln, Sensoren checken, Fehlerspeicher auslesen.
    Befund: Alles Kabel und Verbindungen sind ok, ABER zwei Stecker waren vertauscht, Drosselklappenschalter mit Ansaugtemperatur, war für das MSG natürlich verwirrend ;).

    Damit war es das erste Mal möglich, dass er überhaupt ansprang und auch lief, allerdings ohne Turbo, ich hatte einfach den Ansaugschlauch vor der Drosselklappe abgezogen, so dass der Turbo nicht beeinflussen konnte, er baute aber Druck auf.
    Er lief allerdings unglaublich fett, beim Gasstoß kam schwarzer Rauch hinten raus.

    Dann ging es daran, die ganzen Unterdruckschläuche, die alle abgezogen waren und in den Motorraum geschmissen wurden, irgendwie zuzuordnen. Zur Auswahl standen Schubumluftventil, Kraftstoffregler, MSG, Bremskraftverstärker, Aktivkohleventil. Wie war das wohl alles mal zusammengesteckt :/?? Nach viel Überlegen blieb nur eine Lösung übrig, nachdem die gefunden war, schickte mir Oettinger tatsächlich eine alte Handskizze, die bestätigte, dass das Rätsel richtig gelöst war.

    Jetzt also Start mit Turbo, doch plötzlich stottern, ausgehen, mal kurz anspringen, kurz laufen wieder stottern.

    Dann habe ich nochmal den Kraftstoffdruck gemessen, nur noch 1,8 bar :/ ... mehrmals getestet auch bei sporadischem Motorlauf ... Druck mal 1,5 bar, mal 2bar, dann wieder 1,5 bar.
    Nochmal zwischen Pumpe und Kraftstofffilter gemessen, das gleiche. Also neue Pumpe besorgt und auch gleich neuen Filter eingebaut (Pumpe wechseln war kein Spaß!!).

    Dann wieder Start und ja, jetzt 2,5 bar konstant und bis zu 3 bar steigend, so soll es ja auch sein.

    Aber wieder schlechter Lauf, teilweise gar kein Anspringen mehr ... Zündkerzen nochmals kontrolliert ... Funke war sehr schwach.
    Die Kerzen hatten inzwischen durch das Testen und den fetten Motorlauf (auch bei den Reparaturversuchen zuvor) Ruß am Isolatorfuss angesetzt, Ruß ist leitend, ein Teil der Zündenergie ist mir also immer direkt übers Kerzengewinde abgehauen.
    Also neue Kerzen rein ... jetzt lief er ... aber immer noch viel zu fett.

    Also MSG und Lambdasonde bei der Arbeit zugeschaut und dabei kam raus: Lambdasonde ok, MSG tut aber nichts.
    Nun hatte der Besitzer zum Glück ein zweites MSG, allerdings mit den VW-Werks-Settings mitgegeben.
    Damit lief er nun, auch nicht zu fett, Lambdaregelung arbeitet. Schlussfolgerung: Oettinger MSG ist kaputt (war aber schon zweimal zur Reparatur vom Besitzer eingeschickt worden :/)

    Daraufhin hat dankenswerterweise Leigh den Kontakt zu TCA965 hergestellt. Vielen, vielen Dank an die beiden!!

    TCA965 hat dann den Chip des Oettinger MSG geklont und in das funktionierende Serien-MSG gepflanzt. Dann heute der Test.
    Leider ernüchternd ... er lief noch schlechter! Wieder Serien-Chip rein, alles ok. Geklonter Chip wieder in das Oettinger-MSG: Zustand wie am Anfang
    Das lässt den Schluß zu, dass entweder Oettinger mehr am MSG geändert hatte als nur den Chip oder der Chip war schon defekt, dann kann der Klon nicht besser sein.

    Fazit zur Fehlersuche:
    Wahrscheinlich war der Ursprung des Übels eine sterbende Benzinpumpe, die mal gefördert hat und mal nicht richtig. Ausgefallen ist sie nie, daher wahrscheinlich der Leistungsverlust.
    Bei den darauffolgenden Reparaturversuchen wurde viel rumprobiert, dabei Stecker vertauscht und Unterdruckschläuche abgezogen und zum Teil wieder falsch zusammengesteckt.
    Das MSG wurde eingeschickt und evtl. kaputt repariert.
    Die Benzinpumpe wurde nicht als Fehler angesehen, alle Verbindungen waren noch original, niemand hatte den Druck und die Fördermenge getestet.

    Wie kanns weitergehen?
    Nun müsste festgestellt werden, was das MSG wirklich hat. Dazu müsste man ein funktionierendes Oettinger-MSG oder Unterlagen dazu bekommen.
    Alternativ könnte man das Oettinger-MSG mit dem Serien-MSG auf Veränderungen überprüfen. Allerdings kenn ich mich mit Elektronik zu wenig aus und es beantwortet die Frage nicht, ob der Chip ok ist.

    Die Moral von der Geschicht: So einfach, wie es scheint, ist es oft nicht!

    Ich werde noch versuchen, ob ich über das MSG etwas herausfinden kann, wenn nicht, ist das Auto leider so nicht mehr fahrbar.
    Die einzige Möglichkeit wäre, ihn auf einen Serien-AAF zurück zu bauen :(.

    Hier noch ein paar Impressionen vom Motor ...

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    Und noch ein paar Bilder vom Auto ...

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    ... allerdings hat er nicht viel Liebe erfahren.

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    So, sorry für den langen Text und danke an die, die bis hierher durchgehalten haben ;).

  • Danke für den Einsatz. Ich hoffe die Geschichte ist hier noch nicht vorbei und es finden sich noch Erkenntnisse bevor das Projekt abbricht.

  • Landauer

    gute Arbeit mit der umfangreichen Fehlersuche :thumbup:

    So ein Umbau hat wohl (wieder einmal) auch seine Nachteile, wenn ein erheblicher Defekt auftritt und es uU die speziellen Teile nicht mehr so einfach gibt oder richten lässt.


    Der Serien AAF ist zwar kein Leistungsbock, dafür läuft er mit etwas Pflege in der ursprünglichen Werksausführung störungsfrei .. never touch a running system

  • Würde die Möglichkeit von LuftiT3 verfolgen. Wäre schade um einen orginalen Oettinger.

    Danke für den Bericht. Das Fahrzeug benötigt aber auch Liebe (Karosserie) & scheint allgemein nicht viel gepflegt worden sein.

    Hat den Oettinger sonst weitere Infos?

    Oh ja, das Fahrzeug braucht SEHR viel Zuwendung. In der Karosserie versteckt sich sehr viel Arbeit. Auch an der sonstigen Elektrik gibts zu tun, die Fensterheber gehen nicht, Spiegelverstellung auch nicht, nur zwei Beispiele.

    Und ja, t4syncrodriver hat absolut recht, so ein Umbau hat extreme Nachteile, wenn Probleme auftreten.

    Oettinger hat mir tatsächlich Infos zukommen lassen, ein Ruheständler hat wohl das Archiv durchsucht und ich bekam ein paar Daten und Skizzen sowie den Umbauumfang als Liste.

    So richtig technisches war aber nicht dabei und zum MSG haben sie leider gar nichts, da sie es damals von einer Fa. namens TLM zugekauft haben.

    In die Richtung werde ich versuchen, noch etwas rauszubekommen.

    Hat denn jemand einen Tipp, wer sich mit frei programmierten MSGs beschäftigt?

  • Die Karosserie ist vielleicht ein Fall für Patrick Suhr beim Basi um die Ecke.

    Ja, das wäre eine Idee 👍! Wenn er denn mal wieder läuft und der Besitzer weiß, was und wie viel er reinstecken möchte. Ich würde vorsichtig 10 TEUR schätzen 😬.


  • Hat denn jemand einen Tipp, wer sich mit frei programmierten MSGs beschäftigt?


    Einige lesen/eignen sich aus den davor von dir genannten Gründen das Wissen selber an....

    In diversen Foren, die sich mit Turboumbauten beschäftigen gibts oft Infos, wer sich in welcher Gegend mit sowas befasst. Tlw gibts Tuner/Abstimmer, die so etwas nach erfolgtem Einbau durch den Besitzer abstimmen...

    Manch Hersteller hat wohl auch Basis-Setups, wo so n Ding schonmal anspringt.

    Ob da dann 5ender Busse dabei sind, kann ich dir aber nicht beantworten...


    Wenn das hier allerdings so sein sollte, dass der Besitzer dir den Bus nur zum frischmachen gegeben hat und er alles zahlen muss, wirds ziemlich sicher der Supergau... oder ist das jetzt dein Bus?


  • Wenn Oettinger schon das MSG nur zugekauft hat, scheint der Tuning Umbau nicht gerade ein langlebiges Konzept zu sein.

    der Umbau im Motorraum ist auch nicht gerade herausragend umgesetzt, wirkt eher wie rein gemurkst.

    Selbst wenn der Umbau sogar für ein H-Kennzeichen tauglich wäre, lässt sich das System wie nun ersichtlich nicht mehr dauerhaft am Leben halten.

    ET Beschaffung noch gruseliger als schon im Original


    Würde eher einen Rückbau in Originalzustand anraten und dann die Karosserie grundsanieren.


    Soll ja viele Tuner Buden auch MSG programmieren .. kenne den Bereich aber kaum.

    Bin aber dahin auch immer wieder verwundert, warum das Thema MSG so ein Staatsgeheimnis ist.


    Interessante Info bei dem Umbau wäre allerdings, wie die Ölbeschickung für die Ölspritzdüse Kolbenbodenkühlung (original 069103157D) umgesetzt wurde