Schaltkugel in Lagerbuchse pressen

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  • Hallo zusammen,

    Ich bin neu hier und möchte mich direkt mit einem Problem an die Schwarm-Intelligenz wenden:


    Ich habe einen T4 Multivan Atlantis Baujahr '98 und EZ '99.

    Motorkennbuchstaben AHY 151 Ps.


    Letzte Woche ist meine Lagerbuchse für den (kleineren) Kugelkopf am Getriebe zerbröselt.


    Ich habe es nach einigen Stunden geschafft ein neues Gummilager in die Halterung zu pressen. Dazu habe ich das Gummi in heißem Wasser etwas aufgeweicht und dann reingefummelt.


    Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich die Kugel nicht in die neue Annahme gepresst bekomme.

    kann mir jemand helfen? Wie bekomme ich das im eingebauten Zustand reingedrückt? Ich habe bereits ein kleines Loch in die Buche gestochen, damit die Luft raus kann.


    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße

    Simon

  • Hallo Simon, kleiner Tipp. Das Thema ist das am meisten besprochene Thema beim T4 überhaupt. Es gibt sehr, sehr viele Threads, Youtube-Anleitungen und Wiki-Artikel dazu. Genauso viele verschiedene Möglichkeiten gibt es, die Teile zusammenzubauen.

    "Der 2,4l SD (Saugdiesel) Motor im VW T4 trägt stolz die Motorkennbuchstaben AAB. Leider ist dies keine Ratingkennzahl für das Abgasverhalten." 🔗

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  • Ich finde es am einfachsten, das Schaltgestänge komplett auszubauen und alles in Ruhe im Schraubstock einzupressen.

    Das ist zwar etwas mehr Aufwand, unterm Strich aber weniger Arbeit

    Ich würde das auch so machen wahrscheinlich.
    In dem Zug kann man das ganze Gestänge nachschauen, säubern, schmieren,… dann sollte da erstmal Ruhe sein. Dann ist es einmal richtig gemacht.

  • Schau mal hier im letzten Beitrag (#10).

    Beim nächsten Mal würde ich wie Thaddäus schrieb das Schaltgestänge ausbauen. Das Einpressen geht echt schwer und wenn du nur von einer Seite drückst ohne die Buchse gegenzuhalten verbiegt du dir das Blech in dem die Buchse sitzt.

    10.1999 - 09.2007 AAB Kombi Bj. ´92 LR
    08.2009 - 04.2013 ACV Kasten Bj. ´97
    02.2015 - dato AXG Multivan "Last Edition"
    07.2017 - dato AXL Multivan (Syncro)

  • Um es nochmal zu betonen: Untern Bus legen, das Gestänge markieren und Ausbauen kostet keine halbe Stunde. Dann presst man das entspannt ein, baut es wieder zusammen (dabei flucht man gelegentlich ein wenig) und ist nach ner Stunde fertig. Spar dir deine Zeit und Nerven und mach es, obwohl es so wirkt "als ob du nur noch ein bischen mehr hier drüben links mit der nächsten Selbstbauverlängerung ganz sicher genug drauf kommst" ;)

  • Das Pronzip ist immer das Selbe:
    Du musst die Rückseite der Buchse abstützen und gegen das Gestänge spannen.
    Dafür brauchst Du gar keine so große Kraft - eine dauernd wirkende kleine Kraft drückt die Kugle nach und nach durch den Buchsenkragen, bis sie endlich hinein schnappt.
    Gut fetten, aber möglichst mit Silikon- oder Kunstsofffett.

    Zum Pressen kannst Du z.B. eine kleine Schraubzwinge nehmen.

    Ich habe mit Kabelbindern eine kleine Platte hinter die Buchse befestigtund mit einer etwa einen Meter langen Holzlatte auf dir große Kugel gedrückt.
    Dazu hat die Latte eine Vertiefung für die Kugel bekommen und einen stabilen Anlagepunkt in den Tiefen des Motorraumes.
    Den Rest sollte eigentlich die erhebliche Hebelkraft schaffen - tat sie aber nicht: die Latte hat gefedert und sich verbogen, die Kugel tat ... nichts.
    Als ich schon keine Lust mehr hatte und Pause machte, während ich die Latte auf mäßiger Spannung hielt (damit sie nicht von der Kugel rutscht), habe ich bemerkt, dass sie sich gaaanz langsam bewegte - und die kleine Kugel dabei gaaaaans langsam immer weiter eintauchte.
    Und nach ein paar Minuten hat es dann "schnapp" gemacht und sie war drin.

  • Vor drei Wochen auch im eingebauten Zustand versucht. - keine Chance.

    Hängt wohl auch von den verwendeten Teilen ab.

    Ausgebaut, am Schraubstock eingepresst, eingebaut und gut.

    Schaltung brauchte ich quasi nicht einstellen....

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  • Ausgebaut, am Schraubstock eingepresst, eingebaut und gut.


    Das ist ja auch nicht gerade simpel ... um den Buchsen-Winkel abzubauen, muss man bei mir eine Traverse ausbauen, und kommt dann trotzdem nicht wirklich an die drei versteckten Schrauben dran.

    Es war am Ende deutlich einfacher mit ausgebautem Kühler ... der allerdings sowieso getauscht werden musste - war also sowas wie WinWin.

    Einmal editiert, zuletzt von yellowone (4. August 2025 um 15:18)

  • Ausgebaut, am Schraubstock eingepresst, eingebaut und gut.


    Das ist ja auch nicht gerade simpel ... um den Buchsen-Winkel abzubauen, muss man bei mir eine Traverse ausbauen, und kommt dann trotzdem nicht wirklich an die drei versteckten Schrauben dran.

    Es war am Ende deutlich einfacher mit ausgebautem Kühler ... der allerdings sowieso getauscht werden müsste - war also sowas wie WinWin.

    Da hatte ich Glück.

    Anlasser ging gut raus und die Schrauben der Lagerdingens auch.

    Keine Traverse , ich musste nur immer wieder das Getriebe umarmen um die Schrauben zu bewegen , während ich unterm Auto lag.

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  • Zum Pressen kannst Du z.B. eine kleine Schraubzwinge nehmen.

    Beim 111er hat man - gerade in Verbindung mit der Climatronic in dem Bereich aber keinen Platz, da sind 3 Kubikmeter Schläuche und Ventile im Weg

    Der Ausbau der Klemmung am Getriebe ist aber auch nicht ohne. 2 Stunden für 6 Schrauben raus und wieder rein mit gekürztem Inbusschlüssel, wenn ich mich recht erinnere. Und nur mit der linken Hand erreichbar.

    Das war das erste Mal in meinem Leben, wo ich mir kurz gewünscht habe, ich wäre Linkshänder.

    "Die Grenze des Sinnvollen ist schon längst überschritten..."

  • Letzten Sommer hatte ich das gleiche Problem. Plötzlich hing der Schaltknüppel schlapp auf halb 8. Natürlich an einem Sonntag, natürlich fern ab der Heimat und direkt nach der Durchsicht. Die Teile waren glücklicherweise, Dank der Berichte im Forum, bereits mit an Board.

    Konnte mich im 3 bis zu Bekannten retten. Hab es dann mit Hilfe von oben einhändig und nahezu blind geschafft Pfanne und Kugel zu wechseln. Was mir geholfen hat:

    - Alles oben weg bauen, was ohne Öffnen des Kühlkreislauf geht.

    - kleines Werkzeug (1/4" z.B. von Wera)

    - selbst gebautes Presswerkzeug (2 schmale Konterplatten mit jwls. 2 Löchern, 2 Gewindestangen, 6 Muttern).

    Das Werkzeug im Motorraum zusammen gesetzt, eine Konterplatte hinter den Lagerbock mit der Plastikpfanne, die zwei Gewindestangen durch und befestigt (sieht aus wie ein großes U). Dann Schaltgestänge in Position gebracht, dahinter die 2. Konterplatte und Muttern drauf damit nicht alles wieder weg fliegt. Dann die beiden Muttern abwechselnd anziehen bis die Kugel in Pfanne schnappt. Abschließend Werkzeug wieder demontieren und alles wieder einbauen. Alternativ geht wohl auch eine Schraubschelle. Beide Vorgehensweisen hab ich hier btw im Forum gelesen.

    Hat echt lange gedauert und krass viele Nerven gekostet. Geht aber.


    Viel Erfolg!

  • Ich könnte ja jetzt "flexen":

    "Beim Automatik hat man das Problem nicht!"...

    Aber ich habe das ganze bei meinem Tauschgetriebe durch - geht wirklich auf der Werkbank am besten. Und - wenn sich schon ein Teil an der Schaltungmimik auflöst, werden die anderen Buchsen und Teile auch nicht mehr ganz werksneu aussehen. Da hat es IMHO durchaus Sinn, alle verschlissenen Teile zu erneuern. Der Bus wird sich danach nie wieder wie zuvor schalten, glaub mir!

    Einmal editiert, zuletzt von TYTII (4. August 2025 um 22:57)

  • Hello,

    Tipp fürs Gegenlager: Neue Gummi/Plastikbuchse in kochendes Wasser legen dann wird sie schön weich. Kugel vom Gestänge mit dem Gestänge für das Gegenlager durch das Loch im Gegenlager schieben Richtung Beifahrerseite, Plastikbuchse aus dem Wasser nehmen und über die Kugel schieben, dann sofort die Buchse mit der bereits eingezogenen Kugel retour ins Gegenlager drücken. Mit einem Schraubenzieher etwas nachhelfen damits reitflutscht. Man muss nur schnell arbeiten, da die Buchse recht schnell erkaltet und wieder hart wird.


    Alles was man brauch ist heißes Wasser, etwas Fett und einen schraubenzieher, dann flutscht das ohne ewiges verbiegen und pressen oder gar ausbauen, sofern die Kugel noch gut ist.


    Es ist eine Fummelei und man braucht Fingerspitzengefühl weil man nichts sieht aber dauert nicht lange. Einzig den Kühlwasserbehälter hab ich abgebaut und auf die Seite gelegt der war mir im Weg.

    2.5tdi ACV mit Klima

    Lg.

    Einmal editiert, zuletzt von DaveBit (18. August 2025 um 20:36)

  • Eine Seite der Buchse einfach etwas schräg abgeschliffen und mit der Kugel zusammen reingedrückt. war in 5 Min. erledigt und im eingebauten Zustand.

  • Also ich bin weder KFZ-Mechaniker noch Chemiker aber mit synthetischen Fasern kenne ich mich etwas aus.

    Hello,

    Tipp fürs Gegenlager: Neue Gummi/Plastikbuchse in kochendes Wasser legen dann wird sie schön weich. Kugel vom Gestänge mit dem Gestänge für das Gegenlager durch das Loch im Gegenlager schieben Richtung Beifahrerseite, Plastikbuchse aus dem Wasser nehmen und über die Kugel schieben, dann sofort die Buchse mit der bereits eingezogenen Kugel retour ins Gegenlager drücken. Mit einem Schraubenzieher etwas nachhelfen damits reitflutscht. Man muss nur schnell arbeiten, da die Buchse recht schnell erkaltet und wieder hart wird.

    Die Kugel und das Gegenstück ist aus Polyamid, im Volksmund besser bekannt als Nylon / Perlon (BRD), oder Dederon (DDR). Keine Frau würde Ihre Nylon-, Perlon- oder Dederon- Strümpfe mit kochendem Wasser waschen, da diese sonst Müll wären. Daraus folgt für mich, dass wenn die Kugel im kochendes Wasser liegt, verändert sich die Molekularstruktur, was für mich bedeutet, dass die Haltbarkeit enorm schwindet.
    Auch von dem schräg Anschleifen halte ich persönlich nicht, da auch hier die Haltbarkeit runtergesetzt wird.
    Mit dem Fetten, habe ich kein Problem, über das richtige Fett ( welche Marke) sollen sich die Mechaniker auseinander setzen, hier wäre für mich die Zulassung des Fett wichtig. Den beiden letzten Beitragsschreiber würde ich empfehlen die neu eingebauten Teile als Ersatz mitzuführen um jederzeit eine Reparatur vor zu nehmen.

    Sollte meine gedankliche Ausführung nicht korrekt sein, lass ich mich gerne mit fachlicher Kritik eines besseren belehren.

    Grüße Oliver