Ich trauere immer noch dem einzigen wirksamen Rostumwandler/Rostschutz nach, den ich je in die Finger bekam: "Teroxyd" von Teroson.
Das war eine gelbliche, wässrig-dünnflüssige Lösung, die Rost in eine schwarzgraue Substanz umwandelte, der danach für immer "immun" gegen weiter rosten war.
(das "für immer" sind NACHWEISLICH fast 50 Jahre. Ich habe hier Dinge die ich in den späten 70ern damit behandelt have und die immer noch rostfrei sind!
Keine Ahnung was das war-auf der Flasche steht nichts drauf über die Zusammensetzung.
Die Produktion wurde leider eingestellt, und es gibt heute kein vergleichbares Produkt mehr-egal von wem...
EDIT sagt (Achtung KI.. null Garantie für die Richtigkeit):
Die flüssige Version von Teroxyd in der Flasche war ein klassisches, dünnflüssiges Einbrennmittel bzw. eine reaktiv-chemische Beize, die speziell dafür entwickelt wurde, um mit dem Pinsel aufgetragen zu werden oder tief in Falze zu kriechen.
Die exakte chemische Rezeptur der klassischen Flaschen-Formulierung gliederte sich wie folgt:
1. Der Hauptwirkstoff (Säure-Komponente)
- ortho-Phosphorsäure (H₃PO₄): Konzentration im Endprodukt lag bei ca. 10 % bis 15 %.
- Funktion: Chemische Umwandlung von instabilem Rost (Fe₂O₃) in das stabile, tiefgrau/schwarze Eisen(III)-phosphat (FePO₄).
2. Trägerstoffe und Eindring-Beschleuniger (Lösemittel-Phase)
Da Wasser allein nicht in fettige oder tiefporöse Rostschichten eindringt, bestand die flüssige Phase zu großen Teilen aus organischen Lösemitteln:
- Isopropanol (Isopropylalkohol / 2-Propanol): Ca. 20 % bis 30 %. Es diente als Lösungsvermittler und sorgte für schnelles Abtrocknen der Schicht.
- Butylglykol (2-Butoxyethanol): Ca. 5 % bis 10 %. Ein hochsiedendes Lösemittel mit exzellenter Netzwirkung, das die Oberflächenspannung drastisch senkte, damit die Flüssigkeit kapillaraktiv tief in Rostporen und Blechfalze eingezogen ist.
3. Filmbildner (Die Versiegelung)
Reine Phosphorsäure würde nach dem Trocknen als weißes Pulver abkrümeln. Die flüssige Teroxyd-Flasche enthielt daher:
- Polyvinylbutyral (PVB) oder modifizierte Alkydharze: Ein geringer Anteil von ca. 3 % bis 5 %.
- Funktion: Diese Kunstharze bildeten nach dem Verdunsten der Alkohole eine dünne, zähe Kunststoffmatrix. Sie schloss das umgewandelte Eisenphosphat luftdicht ein und erzeugte den typischen, leicht glänzenden, dunklen Schutzfilm, der als Haftgrund für Spachtelmasse oder Grundierung diente.
4. Reaktions-Inhibitoren und Hilfsstoffe (Die Geruchsträger)
- Organische Schwefelverbindungen (z. B. Sulfonate): Weniger als 1 %.
- Funktion: Sie dienten als „Inhibitoren“. Sie verlangsamen den Angriff der Säure auf das gesunde Eisen unter dem Rost. Sobald die Säure das blanke Metall erreichte, blockierten diese Moleküle die Oberfläche. Bei diesem Prozess und durch den Kontakt mit Schwefelrückständen im Stahl entstand der typische, stechende Geruch nach Schwefelwasserstoff / faulen Eiern während der Einwirkzeit.
Zusammengefasst handelte es sich um eine alkoholisch-wässrige Lösung von Phosphorsäure, reaktiv versetzt mit einem PVB-Kunstharzbindemittel.
---> Wenn hier jemand Ahnung von Chemie hat, und mir das Zeig "nachbasteln" könnte, wäre ihm meine ewige Dankbarkeit sicher - wie gesagt-ich habe bis heute nichts besseres gefunden.